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Weihnachtstypische Gerichte
2007-05-08 阅读: 出处: 作者:2007 编辑: 

                                                                                      Weihnachtstypische Gerichte

Klausenmann

Wenn die Kinder Süddeutschlands am Morgen des Nikolaustages die vor die Tür gestellten und inzwischen gefüllten Schuhe oder Strümpfe in Augenschein nehmen, dann darf der Klausenmann nicht fehlen. Er stellt eine aus Brotteig gebackene Nachbildung des Nikolaus dar, ist also ein Verwandter des norddeutschen Stutenkerls.

Bretzel oder Brezel

Es war einmal ein Mönch in dem südfranzösischen Kloster. Bei der Brotzubereitung waren kleine Teigstreifen übriggeblieben, aus denen er die Form von Kinderarmen bildete, deren Hände zum Gebet gefaltet waren. So wird aus dem Jahre 610 über die Entstehung der ersten Brezeln berichtet, und die Geschichte ist so nett, dass man sie glauben sollte. In der Biedermeierzeit, vor rund 1050 Jahren also, ist er wohl entstanden. Gefüllt mit Leb- und Pfefferkuchen, Nüssen, Marzipan, blank polierten Äpfeln und anderen Leckereien, stand der bunte Teller ursprünglich im Mittelpunkt der Kinderbescherung. Dazu gab es vielleicht noch eine Puppe, den Hampelmann, etwas Handgestricktes oder ein paar Zinnsoldaten. Heute steht er meist ein wenig im Hintergrund oder am Rande der Flut mehr oder weniger nützlicher und kostspieliger Geschenke.

Christfesttaler

Begehrte Festgeschenke vor allem im 17. Jahrhundert waren diese Münzen und Medaillen, deren Prägung auf die Geburt Christi hinwies.

Betmännchen

Man nehme Teig aus Marzipan, forme daraus kleine Kugeln, etwa in der Größe einer Daumenspitze, bestreiche sie mit Wasser und drücke an jede drei halbe (geschälte) Mandeln bis sie kleben bleiben, lasse die Formen über Nacht trocknen, dann kurz backen, und fertig sind die goldgelben Betmännchen.

KIPFEL oder KIPFERL

So heißen in Österreich und Süddeutschland Gipfeli in der Schweiz die Hörnchen, ein mondsichelartig geformtes Gebäck aus Mürb- oder Semmelteig. Besonders lecker und bekannt sind die Vanille-Kipferl.

KLETZENBROT

Am Vorabend des Thomastages soll das Kletzenbrot gebacken werden. Getrocknete Birnenschnitze = Kletzen sind der Hauptbestandteil dieses süddeutsch-österreichischen Weihnachtsgebäck, einer Variante des Hutzenbrotes.

HUTZELBROT, HUTZENMÄNNCHEN

Getrocknete Birnenschnitze sind die Hutzeln oder Hutzen, in Tirol auch Kletzen genannt, denen Eduard Mörike seine Geschichte vom "Stuttgarter Hutzelmännchen" widmete. Aus Hutzeln, Rosinen, Gewürz und Hefeteig lassen sich Hutzelbrote oder Hutzelwecken backen, aber auch die beliebten Männlein basteln.

NOUGAT ODER NUGAT

Zu den weihnachtlichen Leckereinen gehört auch Nougat in dieser oder jener Form, eine mit Eiweiß gebundene, fast wasserfreie Konfektmasse, die auf jeden Fall 50% Zucker enthält. Die andere Hälfte besteht beim Nussnougat aus gerösteten Nüssen, beim Mandelnougat aus Mandeln. Kakaozusatz kann sein, muss aber nicht.

ORANGEAT

Herstellung und Verwendung dieses weihnachtlichen Backgewürzes entsprechend der des Zitronats. Es handelt sich um kandierte, von der inneren weißen Haut befreite Schale der bitteren Apfelsine oder Pomeranze, die man sich durch Einzuckern würfelig geschnittener Orangenschalen auch selber herstellt.

NÜSSE

Ohne Nüsse lassen sich weder die bunten Teller noch die Weihnachtsbäckerei denken, was sich auch darin zeigt, dass ihr Absatz außerhalb der Weihnachtszeit nur gering ist. Die besten Walnüsse liefert uns Frankreich, Haselnüsse kommen vor allem aus Italien, Griechenland, Spanien und der Türkei in den Handel, aus Brasilien kommt die dreikantige Paranuss. Welche Nuss es auch sei, eines haben alle gemeinsam, nämlich die harte Schale und einen süßen Kern, worin sich ein Symbol für das Leben sehen lässt: Gott hat es gegeben, aber erschließen muss es sich jeder selbst. Wohl dem, der den richtigen Nussknacker zur Hand hat!

Lebkuchen

Die Lebkuchen wurden ursprünglich als Heil- und Arzneimittel verteilt. In vielen Gebäcken werden auch Nüsse und Mandeln zum Zeichen für Tod und Auferstehung (Schale und Kern) verbacken.
Zwei Arten von Lebkuchen lassen sich grundsätzlich unterscheiden: die sogenannten "braunen" Lebkuchen, das sind alle nicht auf Oblaten gebackenen Lebkuchen und anderes Kleingebäck, und die auf Oblaten gebackenen Lebkuchen, wegen ihres Gehaltes an Pfeffer und anderen Gewürzen wurden die Lebkuchen auch "Pfefferkuchen" bezeichnet.

SPRINGERLE

Diesen lustigen Namen trägt das verbreitetste schwäbische Weihnachtsgebäck. Es hängt wohl damit zusammen, dass der Teig beim Backen fast um die Hälfte in die Höhe aufgeht (=springt). Andere Erklärungen wollen eine Beziehung zu Wotan, dem reitenden Germanengott, herstellen. Gebacken werden die Springerle in kunstvoll geschnitzten Holzformen, die in den Familien von Generation zu Generation überliefert werden. Weiß müssen "Füßle" und "Köpfle" der Springerle sein, wenn sie gut gebraten sind, zart und mürbe werden sie erst nach einer kühlen, aber nicht zu trockenen Lagerung von mindestens vier Wochen.

SPEKULATIUS

Dem Beinamen "speculator" des heiligen Nikolaus, der lateinischen Bezeichnung für Bischof (=Aufseher), verdankt dieses Butter-Mandel-Kleingebäck aus würzigem Mürbeteig seinen Namen. Holland und Rheinland gelten als Heimat. Es wird in mannigfachen Reliefformen ausgestochen, die Bilder aus der Nikolausgeschichte darstellen sollen und ursprünglich zu Ehren jenes Bischofs für den 6. Dezember gebacken wurde.

Lebzelt, Lebzelten, Lebzelter

Mit Camping haben diese Worte nicht zu tun, wohl aber mit Honigkuchen, die vor allem im österreichischen Raum oft so bezeichnet werden. "Leb-" ist sprachlich mit Laib verwandt und soll "Gebackenes" bezeichnen, "zelte(n)" kommt vom altdeutschen "zelto" für einen "flachen Kuchen"; andere Erklärungen wollen "Leb-" auch vom mittelalterlichen "libum" für "Faden" ableiten. So sind Lebzelten eben Leb-, Lebküchner, oder auch Pfefferküchler deren Bäcker.

Honigkuchen

Nicht jedes mit Honig zubereitete Backwerk darf sich Honigkuchen nennen. Es muß mindestens 50 % Honig enthalten.

Pfefferkuchen

Aus den morgenländischen "Pfefferländern" kamen im Mittelalter die Gewürze, und so kam das aus Mehl, Honig und verschiedenen Gewürzen bestehende Weihnachtsgebäck zu diesem Namen

Zimt, Zimtsterne

Unter Zimt, Kaneel oder Caneel versteht man die von der äußeren Borke befreite und dann getrocknete Rinde der jungen Stämme und Zweige des mit Lorbeer verwandten tropischen Zimtbaumes. In der weihnachtlichen Backstube begegnet uns diese Gewürz vor allem in den köstlichen Zimssternen.

Pfeffernüsse

Der nussähnlichen Form in Gestalt kleiner runder Plätzchen verdankt dieses aus Pfefferkuchenteig hergestellte weihnachtliche Kleingebäck seinen Namen.

Pflastersteine

Auf kaum einem bunten Weihnachtsteller fehlen diese kleinen runden, dick mit weißem Zuckerguss überzogenen Honigkuchen in der Form roh behauener Pflastersteine. Sie sollen uns daran erinnern, dass der heilige Stephan einst als erster Märtyrer zu Tode gesteinigt wurde. Seinem Gedenken gilt auch der 26. Dezember als Stephanstag.

Stolle oder Stollen

Unter welchen Namen auch immer, auf keinem fehlt wohl dieses Weihnachtsgebäck. Ihre Form soll uns heute noch an die beim Bethlehemischen Kindermord umgekommenen, in Tüchern gewickelten Kindern erinnern. Das erklärt den mittelalterlichen Brauch, die Christstollen nicht vor dem 28.12. , dem Tag der unschuldigen Kinder, anzuschneiden.

Borgholzhausen

Westfalens Nürnberg« nennt sich diese Stadt im Teutoburger Wald nahe der Ravensburg, etwa 20 km nordwestlich von Bielefeld. Zu den Haupterwerbszweigen gehört nämlich die Herstellung von Honigkuchen, die z. B. in Gestalt der bunt beschrifteten Lebkuchenherzen wohl jedem auch schon einmal auf einer Kirmes begegnet sind. Aus dem Hannoverschen kamen vor über 200 Jahren die ersten Honigkuchenbäcker nach Borgholzhausen, und bis heute wurden die geheimen Würzrezepte von Generation zu Generation vererbt.

Heilig Nacht, Heilig Abend oder Christmas

Bezeichnung für die Nacht vom 24. 12. auf den 25. 12. , in der nach der Tradition Jesus geboren wurde. Im 4. Jahrhundert wurde sein Geburtstag auf den 25. 12. festgelegt. In der bildenden Kunst versteht man unter dem Begriff der Heiligen Nacht eine Darstellung der Geburt Christi im Stall ist.

Krippe

Die in vielfachen Varianten bekannte figürliche Darstellung des Weihnachtsgeschehens mit dem in der Krippe liegenden Jesuskind leitet sich ursprünglich vom geistlichen Schauspiel des Mittelalters her. Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt gab es Krippenspiele, die dann aber in Vergessenheit gerieten. Franz von Assisi war es, der am 24. Dezember 1223 in der Nähe von Rom eine Weihnachtsmesse las, bei der er als Symbol für die Geburt Christi wohl erstmals wieder ein Stall mit Holzfiguren aufbaute. Die Krippenkunst ist ein Kennzeichen vor allem des katholischen Weihnachtsfestes und wird durch künstlerisch oft wertvolle Figuren besonders Bayern, Tirol und Italien gepflegt. (Abb. S 38,39,43,44,45,46)

Bescherung

Weihnachten ohne Bescherung ist kaum mehr denkbar. Dieser Brauch ist auch schon sehr alt. Oft war die Bescherung mit dem Nikolaustag verbunden, so dass es zu Weihnachten keine Geschenke mehr gab. An die Stelle des Heiligen Nikolauses trat der "Heilige Christ". Luthers Kinder beschenkte noch im Jahre 1535 der Nikolaus, ein Jahrzehnt später ist daraus der Heilige Christ geworden. Seit dem wandert die Bescherung immer mehr zum Weihnachtsfest ab. Offenbar hat auch die Ausbreitung des Weihnachtsbaum-Brauches dazu beigetragen, dass die Bescherung zum Weihnachtsfest abwanderte. Denn zunächst hingen die Geschenke für alle am Weihnachtsbaum oder lagen dort unter seinen Zweigen. Jedenfalls gibt es heute kleinere Geschenke zu St. Nikolaus die eigentliche Bescherung bleibt (bis auf Niederlande, Teile Italiens...) dem Fest vorbehalten ist.

Bethlehem

Bet Lahm (=Brothaus) ist der amtliche Name der sieben km südlich von Jerusalem an der Straße nach Hebron liegende, von 1948-1967 zu Jordanien gehörenden, heute von den Israelis besetzten Stadt, die der Überlieferung nach (Lukas 2, Mathäus 2 ) der Geburtsort Jesu ist. Hier in der Vaterstadt Davids steht als einer der ältesten noch erhaltenen christlichen Kirchenbauten die im Jahre 330 von Kaiser Konstantin errichtete Geburtskirche, die alljährlich zur Weihnachtszeit das Ziel für Tausende von Pilgern aus aller Welt.

Weihnachten

Herkunft des Namens
"Ze den wihen nahten" hieß auf Hochdeutsch "zu den Heiligen Nächten". Welch ein Zauber geht von diesen Wörtern aus, mit dem wir den Heilig Abend, eingeleitete Fest der Geburt Christi bezeichnen.

Festlegung des Datums für Weihnachten
Der 25. Dezember, der Tag der Sonnenwende war in vielen Kulturen ein besonders wichtiger Tag. Im vorderasiatischen Mithraskult wurde an diesem Tag die Geburt des indischen Lichtgottes gefeiert. Bei den Ägyptern wurde mit dem Isiskult die Geburt des Horus auf diesen Tag gelegt. Die Römer begingen ihre feierlichen Sarturnalien zu Ehren des Gottes Saturn, des unbesiegbaren Sonnengottes, an diesem Tag. Die Germanen feierten im norddeutschen Raum bis hinauf nach Skandinavien ihr Mittwinterfest oder Julfest, zugleich ein Toten- und Fruchtbarkeitsfest. Um diese Feste ranken sich allerlei Geisterglauben, der sich in der Tradition, gerade in abgelegenen Gegenden z.B. in den Alpen, bis heute gehalten hat. Da sowohl in Rom als auch das asiatische, ägyptische und römische Fest mit großem Pomp gefeiert wurde, versuchte Papst Hyppolit bereits um 217 all diese Kulte damit zu beseitigen, dass er das Fest der Geburt Christi auf diesen Tag, den 25. Dezember, verlegte. Man verwies darauf, dass schon das Alte Testament den erwarteten Erlöser als "Sonne der Gerechtigkeit" (Mal 3,20) bezeichnet. Außerdem habe sich Christus selbst das "Licht der Welt" (Joh. 8,12) genannt, der als das "Wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet" (Joh.1,9), in diese Welt gekommen sei. Mit der Datierung des Weihnachtsfestes auf das Fest des "Unbesiegbaren Sonnengottes" gaben die Christen den Heiden zu verstehen: Die Sonne ist gut, und wir freuen uns ihres immer neuen Sieges nicht weniger als ihr. Aber sie hat ja keine Macht aus sich selbst, sondern sie hat nur Kraft, weil Gott sie erschaffen hat. So kündet sie uns von dem wahren Licht, von Gott, dem Schöpfer aller Dinge. Deshalb feiern wir an Weihnachten das Kommen des wahren Gottes. Den Urquell allen Lichtes, nicht aber sein Werk, die Sonne, die kraftlos wäre ohne ihn. Das ist der Sinn von Weihnachten: Es ist der Geburtstag Christi, die Wintersonnenwende der Weltgeschichte, die uns in allen Auf- und Niedergängen der Geschichte die Gewissheit gibt, das die dunklen Mächte der Finsternis keine endgültige Macht besitzen.

Durchsetzen konnte es aber erst Papst Liberius 354. Zum Dogma, Glaubenssatz, wurde es auf dem 2. Konzil von Konstantinopel 381 unter Kaiser Theodosius erklärt.
Im 7. und 8. Jahrhundert setzte sich der Brauch, das Fest am 25. Dezember zu feiern auch in Deutschland durch. Die Mainzer Synode erklärt 813 diesen Tag offiziell zum "festum nativitas Christi" . Mit ihm begann damals das Kalenderjahr. Der erste Januar wurde erst ca. 800 Jahre später mit Einführung des Gregorianischen Kalenders zum Jahresbeginn. Im Verlaufe der Christianisierung der Menschheit hat das Weihnachtsfest dann seine heutige weltweite Verbreitung gefunden. Der christliche Weihnachtsfestkreis beginnt mit dem vierwöchigen Vorbereitungszeit des Advents und reicht in den katholischen Bereichen bis zum 6.1. (Dreikönig). Die Griechische Orthodox feiern die Geburt Jesu erst am 6.1. , die Armenier am 18./19. 1.

Zur Theologie des Weihnachtsfestes
Wenn die frühe Christenheit vom "Anfang" der "Frohen Botschaft von Jesus Christus" sprach, so meinte sie den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Erst später fragte die Kirche nach dem 'Ursprung Jesu in Gott', also nach seiner Geburt, seiner Kindheit und Jugend. Diese Frage wurde im Licht des Osterereignisses gestellt und beantwortet. Die dabei berichteten Ereignisse gehören nicht mehr zur 'apostolischen Autopsie'. Sie sind Glaubenszeugnisse, Christusbekenntnisse der jungen Kirche. Dabei leitet Lukas und Matthäus nicht primär ein biographisches Interesse. Die Fachliteratur spricht von einer 'homologetischen Geschichtsschreibung' (von gr. homologeo = zusagen, zusichern, frei heraussagen, bekennen). Dabei steht die Geburtsgeschichte Jesu zusammen mit der Tempelgeschichte im Mittelpunkt. Diese Geburt ist prophetisch angekündigt und direkt vorausgesagt, wobei das Schema: Verheißung Erfüllung die Kindheitserzählungen strukturiert. Ein Nebenmotiv ist die Verbindung mit den Erzählungen von der Geburt des Täufers; dabei wird primär die Zuordnung beider, erst sekundär das 'Überbietungsmotiv' deutlich.

Da in Christus die Zeit der Erfüllung und Vollendung anbricht, übernehmen die Hagiographen (Autoren der Lebensbeschreibung) die Stilmittel der Apokalyptik. Die Engel als endzeitliche Gottesboten sind hier vor allem zu nennen. So wird das Weihnachtsevangelium gleichsam von zwei Scheinwerfern angestrahlt: dem (im Licht milderen) der Prophetie und dem helleren, leuchtenderen der apokalytischen Erfüllung.

Im Evangelium des Lukas (in dem der größte Teil der Kindergeschichten Jesu beschrieben ist) fällt auf, mit wie kargen Worten die Geburt des Herrn beschrieben wird und wie breit der Evangelist die Verkündigung an die Hirten und deren Kommen darstellt. Matthäus erwähnt die Geburt nur in einem Nebensatz und wendet sich dann dem Stern der Offenbarung und dem Kommen der Magier zu. Wichtig war das Aufleuchten der Herrlichkeit Gottes, die im Kind sichtbar ist, vor den Juden und Heiden. Selbst die Weltmacht Rom (und damit alle irdische Macht) muß in den Dienst des Kindes treten. (Lukas 2,1-3 "Es begab sich aber zu der Zeit ...")
Mit der Geburt Jesu soll verdeutlicht werden, dass dieses Kind wahrer Gott und wahrer Mensch in einer unauflöslichen Verbindung ist. Er ist die unbestrittene Hauptfigur der weihnachtlichen Kinderbescherung. Kulturgeschichte ist der Weihnachtsmann aus der Gestalt des Knecht Ruprechts abzuleiten.

Sie haben ihre christliche Wurzel in dem Bibelwort 'Also hat Gott die Welt geliebt', in seinem Erlösungsgeschenk an uns in Gestalt seines eingeborenen Sohnes. Ein Geschenk, das durch nichts übertroffen werden kann, nur durch den Versuch, ihm so gut wie möglich nachzufolgen.

Die Weihnachtsgeschenke sind jedoch auch eine Erinnerung an die Gaben, die die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind darbrachten.

Beides soll in der Liebe weiterleben, mit der Weihnachtsgeschenke ausgetauscht werden, was schon darauf hinweist, dass es nicht um irdische Geschenke geht, sondern um Sinnbilder für die Gottes- und Nächstenliebe, die wichtiger ist als die kostbarsten Sachen. Das irdische Gegengewicht und auch der Wunsch nach gewaltigen und reichen Gaben steckt in der zweiten, in der nichtchristlichen Quelle des Gebens; der Weihnachtstermin deckt sich mit dem der Saturnalien, den römischen Feiern zu Ehren des Gottes Saturn. Dies galt als der Jahresanfang, die römischen Beamten und Sklaven wurden mit Geschenken belohnt. Jenseits der Alpen in Germanien stellten die Dienstherren ebenfalls zum neuen Jahr neue Knechte und Mägde ein und das Gesinde wurde mit reichen Geschenken weiter verpflichtet.

Schließlich war es Sitte, die Kinder zu beschenken, was mit dem Christentum von den Perchten und Luzelfrauen auf die Heiligen überging, vor allem auf Martin und Nikolaus. Bis ins vorige Jahrhundert hinein ist vor allem den Kindern beschert worden, im Biedermeier hängte man die Geschenke in kleinen Päckchen ganz hoch in den Baum, so dass sie die Kinder nicht vorzeitig erreichen konnten. "Es gab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus aus ging, dass alle Welt geschätzt wurde", so beginnt die im Evangelium des Lukas, Kapitel 2, Vers 1-20, überlieferte Darstellung von Christi Geburt.

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihn zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden sollte. Sie antworteten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht es bei den Propheten: Du Bethlehem im Gebiet Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Judäa; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Bethlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mit, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter, da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrre als Gabe dar. Weil aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg Heim in ihr Land.

So nennt man aus der kirchlichen Liturgie hervorgegangene religiöse Volksschauspiele, die in volkstümlicher Art an das Geschenken um die Geburt Christi erinnern.

Das beliebteste Symbol zur Weihnachtszeit ist der Christbaum. Erstaunlich daran ist, dass es ihn noch gar nicht so lange gibt. Der Christbaum, wie wir ihn kennen, ist noch keine 400 Jahre alt. Den Brauch jedoch, die düstere Winterzeit mit grünen Pflanzen als Hoffnung auf neues Leben und Kerzen als Hoffnung auf neues Licht zu schmücken, gab es schon immer. Die Lebenskraft, die in wintergrünen Gewächsen steckte, wurde als Heilkraft gedeutet. So glaubte man sich Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man dieses zu Neujahr mit Grünem schmückte. Schon die Römer bekränzten ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen. Das mittelalterliche Deutschland brachte je nach Landschaft Eibe, Stechpalme, Wacholder, Mistel, Buchs, Tanne und Fichte ins Haus. => Aberglauben in der Weihnachtszeit. (Abbildung Seite 40/41)

Die Sitte, grüne Tannenzweige (Weihnachtsmaien") ins Haus zu stellen, wird sogar schon für 1494 im "Narrenschiff" Sebastian Brants bezeugt. Schon von 1535 ist überliefert, dass in Straßburg kleine Eiben, Stechpalmen und Buchsbäumchen verkauft wurden, die noch ohne Kerzen in den Stuben aufgehängt wurden. 1605 soll es bereits einen mit Äpfeln geschmückten, aber noch kerzenlosen Weihnachtsbaum in Straßburg gegeben haben. Es soll 1611 in Schlesien der erste kerzengeschmückte Tannenbaum im Schloss der Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien gestanden haben.

Im 18. Jahrhundert wurde der Tannenbaum häufiger, so berichtet Lieselotte von der Pfalz 1708 von einem Buchsbäumchen mit Kerzen. Goethe lernte den Weihnachtsbaum in Straßburg 1770 kennen, und in Berlin soll der erste Weihnachtsbaum um 1780 aufgetaucht sein. In Berlin stand 1780 der erste Weihnachtsbaum. Für das Jahr 1813 werden die ersten Weihnachtsbaüme aus Wien und Graz gemeldet, 1815 aus Danzig, allgemeiner verbreitet hat sich der Christbaum in Österreich erst, seit Henriette von Nassau-Weilburg, die Gemahlin des Erzherzogs Karl, im Jahre 1816 das Weihnachtsfest mit einem kerzengeschmückten Weihnachtsbaum gefeiert hatte. In die Neue Welt kam der Weihnachtsbaum gewissermaßen im Reisegepäck deutscher Auswanderer, und 1891 wurde erstmals ein Lichterbaum vor dem Weißen Haus, dem Amtssitz des Präsidenten der USA, in Washington aufgestellt. Nicht wegzudenken aus den Konzertsälen der Vorweihnachtszeit sind die aus den Weihnachtsspielen abzuleitenden Weihnachtsoratorium. Die wohl bekanntesten schenkte uns im 17. Jahrhundert Heinrich Schütz, im 18. Jahrhundert Johann Sebastian Bach und im 19. Jahrhundert Joseph Haas mit dem Weihnachtsliederspiel "Christnacht" .

"Ist es Grün zur Weihnachtszeit, fällt der Schnee auf Ostereier,
Ist´s windig in den Weihnachtstagen, sollen viel Obst die Bäume tragen,
Hängt zur Weihnachten Eis an den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schlagen",
so lauten einige der bekanntesten volkstümlichen Wetterregeln im Zusammenhang mit der Weihnachtszeit. Ebenso bekannt wie vor allem von den Wintersportlern gefürchtet ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, ein in Mitteleuropa häufig auftretender, durch den Vorstoß milder Meeresluft (Weihnachtszyklone) nach einer Kälteperiode ausgelöster, bis weit in den Kontinent hineinreichender Wärmerückfall in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr.

Weihnachtsfest

Das Weihnachtsfest mit seinen zahlreichen Weihnachtsbräuchen (Sternsinger, Verwendung von Lichtern, Geschenke u.a. ...), hat sich erst nach langer Zeit so entwickelt. Den ersten mit Lichtern und Sternen geschmückten Tannenbaum zeigt ein Kupferstich aus dem Jahre 1509 von Lucas Cranach dem Älteren. Um diese Zeit berichtet der Chronist Sebastian Brant von Tannenbäumen, die um die Weihnachtszeit im Elsaß aufgestellt wurden. Etwa ab 1800 ist der Christbaum in gehobenen Züricher Familien zu finden. Heute ist der Weihnachtsbaum in fast allen Häusern und Kirchen üblich. Mit dem Weihnachtsbaum zog das Weihnachtsfest bald den Brauch der Familienbescherung mit sich. Weihnachtsgebäck gehört schon seit langem zum Weihnachtsfest dazu. Ursprünglich sollten wahrscheinlich arme Menschen damit versöhnt werden.

Gänsebraten

"Eene jut jebratene Jans is ne jute Jabe Jottes", so heißt es in einem alten Berliner Spruch. Quer durch alle deutschen Landschaften ist die Gans nach wie vor der schon fast Weihnachtsvogel. Der knusprige Gänsebraten gehört zum Weihnachtsfest wie das Tannengrün und die Kerzen, ohne hier eigentlich seine Herkunft zu haben. Aus England, wo heute der Puter als Festbraten gilt, ist die Weihnachtsgans zu uns gekommen. Gewissermaßen die Geburtsstunde der Weihnachtsgans schlug am Heiligabend des Jahres 1588 am Hofe der Königin Elisabeth 1. Es gab zufällig Gänsebraten, als ihr die Nachricht von der Zerstörung der spanischen Armada. Zur Erinnerung daran galt die Gans fortan als Festbraten.

Christi Geburt

Das genaue Datum der Geburt Christi ist nach wie vor unbekannt. Gewissermaßen offiziell gefeiert wurde der Geburtstag Jesu Christi erstmalig am 25. Dezember des Jahres 354 in Rom. Falsch ist auf jedenfalls die Meinung, dass Christus im Jahre 0 geboren wurde. Das wahre Geburtsdatum liegt wohl 4-12 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung. Als Beweisgründe seien zwei der häufigsten Erklärungen genannt: Christus wurde geboren, als 4 v. Chr. bekannt ist. Christus wurde auch geboren, als der römische Stadthalter Quirinus die erste Volkszählung durchführen ließ, die von den Historikern in das Jahr 7 oder 11 vor Christi Geburt verlegt wird.

Christmesse oder -mette auch Christvesper

Vor allem in katholischen Gegenden verbreiteten Bezeichnungen für den Gottesdienst in der Heiligen Nacht. In neuerer Zeit hat auch die evangelische Kirche neue Formen der Christmesse gefunden und diese zu einem vor allem auch musikalischen ausgestatteten Gottesdiensten besonderer Art umgeformt.

Christkindl

Wohl kein Lexikon und kein Atlas nannte diesen auf den Globus einzigartigen Flecken, bis ihn ein Poststempel in aller Welt bekannt gemacht hat: Christkindl in Oberösterreich, ein Wallfahrtsort etwa 2 km westlich der Stadt Steyr a. d. Enns gelegen. Seine Geschichte begann im Jahre 1695 oder 1696 mit dem Steyrer Thurnermeister Ferdinand Sertl, der von der als unheilbar geltenden Epilepsie befallen war. Die Zölestinerinnen in Steyr hatten ihm eine Wachsfigur des Jesuskind gegeben, die er in der Höhlung eines Baumes in der Gegend des heutigen Ortes Christkindl aufstellte und jeden Samstag zu Gebet und Andacht aufsuchte. Sertl wurde geheilt, was sich herum sprach und auch Pilger aus Tirol, Steiermark Bayern und Italien in so großer Zahl anlockte, dass aus den Opfergaben schon 1699 eine hölzerne Kapelle "Zum gnadenreiche Christkindl im Baum unserem Himmel" errichtet werden konnte. Im Jahre 1708 nach Plänen des italienischen Brauchmeisters Carlo Antonio Carlone und nach dem Vorbild des Pantheons in Rom mit dem Bau der heutigen barocken Wallfahrtskirche, die schließlich von dem österreichischen Baumeister Jacob Prandtauer vollendet und 1725 geweiht wurde. Die mehr weltlich bestimmte Berühmte von Christkindl begann im Jahre 1950 mit der erstmaligen Einrichtung Eines Sonderpostamts zur Weihnachtszeit, über das seither alljährlich von Ende November oder Anfang Dezember bis einschließlich 6. Januar zum Weihnachtsfest in alle Welt geleitet und mit einem jährlich wechselnden Sonderstempel versehen können. Wie kann man sich selbst, seinen Kindern oder Bekannten diese Freude machen? Angenommen werden mit Ausnahme Massendrucksachen, Massenwarenprodukte oder Briefsendungen mit allgemein gehaltener Anschrift alle Arten von Briefsendungen des In- und Auslandes eingeschrieben, die man ordnungsgemäß frankiert mit einem an das Postamt A-4411 Christkindl in Oberösterreich adressierten besonderen Umschlag zur Abstempelung und Weiterleitung sendet. Ausländische Interessenten, die nicht im Besitz gültiger österreichischer Briefmarken zur Weiter- oder Rücksendung sind oder sein können, müssen den entsprechenden Wert in den an jedem Postschalter Weltpostvereins beilegen. Welcher Beliebtheit ...

Christkindl(es)markt

Der größte und wahrscheinlich älteste deutsche Weihnachtsmarkt ist der Christkindlesmarkt in der Lebkuchen- und Spielwarenstadt Nürnberg. Er wird alljährlich am 4. Dezember, dem Barbaratag, feierlich vom Christkind persönlich in Begleitung lebendiger Rauschgoldengel eröffnet, endet am 24. 12. und läßt sich in seiner Frühform bis in das Jahr 1697 zurückverfolgen. Auch die österreichische Metropole Wien hat ihren Christkindlesmarkt, der ursprünglich Krippenmarkt hieß. Der Verlauf von Süßigkeiten auf einem vorweihnachtlichen Budenmarkt ist für Wien schon um 1600 nachweisbar.

Lametta

Zum verbreitetsten Schmuck des Weihnachtsbaumes, aber manchmal auch schon des Adventskranzes, gehört Lametta. Das Wort stammt aus dem Italienischen und ist eine Verkleinerungsform zu "lama" = "Metallblatt". Dünn und flach ausgewalzte Fäden aus Zinn oder Aluminium ("Silberpapier") bilden das Material. Achtung: dünne Aluminiumfäden können brennen.

Plumpudding

Wie der Mistelzweig gehört auch der Plumpudding oder der "christmas pudding" zu den traditionellen Symbolen des englischen Weihnachtsfestes. Rindernierenfett, Brotkrumen oder Semmelmehl, Rosinen, Sultaninen und Korinthen von jedem ein Pfund dazu kandierte Früchte, geriebene Mandeln, verschiedene Gewürze, Milch und Eier (und zur Überraschung für den Finder einige Münzen) ergeben in wochenlanger Vorbereitung den ebenso schmackhaften wie kalorienreichen Weihnachtspudding, der dann nach mehrstündigen Kochen im Wasserbad auf eine Platte umgestürzt, mit heißem Rum übergossen, angezündet und brennend gegessen wird. Wer sich die Arbeit und Mühe ersparen, damit aber auch die feierliche Zeremonie verzichten will, kann den ganzen Pudding fix und fertig kaufen.

Boxing-Day

Mit dem edlen Sport der Selbstverteidigung hat der Boxing-Day, wie der 2. Weihnachtsfeiertag in England heißt, nichts zu tun. »Box« ist im Englischen ein »Gefäß«, und mit solchen Gefäßen erschienen einst die Lehrlinge beim Lehrherrn, um ihre »Weihnachtsgratifikation« abzuholen. Aus diesem Brauch entwickelte sich dann im Familienkreis das Bescheren am 26. Dezember.

 

Weihnachtsoratorium

 

Weihnachtsspiele

 

Weihnachtsgeschichte

 

Weihnachtsmann

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